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Der Blog Solarmedia widmet sich der Solarenergie und der neuen solaren Weltwirtschaft ... gehört zu «Media for Sustainability» des Ökonomen und Journalisten Guntram Rehsche (siehe auch http://guntram-rehsche.blogspot.ch) ... Beiträge zeitlich geordnet, Stichwort- / Labelsuche in linker Spalte ...
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Samstag, 4. April 2026
Solaraktienindex PPVX weiter gestiegen
Dienstag, 31. März 2026
Solarenergie nicht aufzuhalten, Branche muss sich bewegen
Solarenergie wirtschaftlich zu erzeugen, ist komplexer geworden. Die weltweite Entwicklung zeigt aber, dass die erneuerbaren Energien nicht mehr zu bremsen sind. An der Photovoltaik-Tagung vom 31. März bis 1. April 2026 in Bern diskutiert die Branche, was es braucht, um die ambitionierten Solarziele des Bundesrats zu erreichen, und wie Photovoltaik zur Stabilität und Flexibilität des Energiesystems beitragen kann.
Nach sieben Jahren mit teils hohem Marktwachstum sinkt der jährliche Ausbau erstmals wieder. Swissolar rechnet mit einem Rückgang der neu installierten Leistung um rund 15 %, ein Marktwachstum wird jedoch bereits für 2027 wieder erwartet. Der weltweite Trend ist klar, der Durchbruch der Erneuerbaren Energien ist nicht mehr aufzuhalten. Diese These wird Unternehmensberater und Buchautor Tim Meyer in seinem Keynote an der diesjährigen Photovoltaik-Tagung mit Zahlen und Fakten untermauern.
Noch nie in der Geschichte der Menschheit ist die Nutzung einer Energiequelle so rasant gewachsen wie die Solar- und Windenergie. Und bei den Batteriespeichern geht es sogar noch schneller. Ist die aktuelle Abkühlung des Marktes also nur ein kurzes Zwischentief? «Automatisch kommt die Erholung nicht, die Solarbranche muss sich bewegen», mahnt David Stickelberger von Swissolar. Wie und wohin die Reise geht, ist Thema der Photovoltaiktagung (PV-Tagung) vom 31. März bis 1. April in Bern.
Gesamtsysteme, statt einzelne Gewerke
Laut Stickelberger ist klar: «Die Photovoltaik muss kombiniert werden
mit Speichern und Intelligenz. Und es braucht noch mehr Kooperation der
Solarbranche mit der Elektrizitätswirtschaft auf Augenhöhe.» Mit
zunehmendem Anteil der Solarenergie im Netz steigt der Bedarf an
Regelenergie und Flexibilitäten. Batterien spielen hier eine zentrale
Rolle, wie Gian Carle von Carle Energy Consulting an der PV-Tagung
erläutern wird. Zusammen mit einem intelligenten Energiemanagementsystem
(EMS) sorgen Batterien für geringere Lastspitzen und erhöhen den
Eigenverbrauch in einem Gebäude oder ZEV.
Die Speicherkapazität lässt sich aber auch als Flexibilität vermarkten, um die Netzfrequenz zu stabilisieren oder einen kurzfristigen Stromüberschuss bzw. -mangel im Verteilnetz auszugleichen. Alternativ kann der Strom aus Batterien auch am Strommarkt angeboten werden. Nicht nur Heimspeicher, sondern insbesondere auch Batterien von Elektroautos haben dabei grosses Potenzial – vorausgesetzt, sie und die Ladestation sind auf bidirektionales Laden ausgelegt. «100’000 E-Autos liefern kurzzeitig die gleiche Leistung wie das Kernkraftwerk Leibstadt», so Carle. «Über spezialisierte Unternehmen können diese ihre Regelleistung zur Verfügung stellen.»
Standards für Kommunikation zentral
Damit Batterien und alle Komponenten im System – Wechselrichter, EMS,
Wärmepumpe – optimal zusammenarbeiten, müssen sie miteinander
kommunizieren, sinnvoll gesteuert und zuverlässig integriert werden. Der
Verein SmartGridready unterstützt Entwicklungen in diesen drei
Bereichen herstellerübergreifend und neutral. Dessen Vertreterin Maike
Schubert wird an der PV-Tagung aufzeigen, welche Lösungen bereits
entwickelt wurden. «Mit unserem Label bieten wir Transparenz auf einem
unübersichtlichen Markt und fördern die Etablierung von einheitlichen
Schnittstellen», so Schubert.
Das SmartGridready Gebäude- und Areallabel garantiert eine optimale Integration von PV-Anlage, Wärmepumpen, Ladestationen oder Speichern in ein Energie- und Lastmanagement. Einer der zentralen Aspekte dabei ist eine verlässliche Begrenzung der bezogenen Leistung. Denn Spitzenbezüge sind teuer und lassen sich deutlich reduzieren, wie Schubert anhand eines Landwirtschaftsbetriebs zeigen wird. «Die Investitionen in die Optimierungsmassnahmen sind in wenigen Jahren amortisiert», so Schubert.
Energie über unterste Netzebene tauschen
Auch die Netze profitieren, wenn die Leistungsbezüge ausgeglichen sind
und die Solarenergie möglichst selbst genutzt wird – ob direkt oder via
Speicher. Auch mit lokalen Elektrizitätsgemeinschaften (LEG), die seit
Anfang 2026 möglich sind, soll der Solarstrom möglichst vor Ort genutzt
werden. In einer LEG können Solarstromproduzenten Bezüger auf der
gleichen Netzebene über das lokale Verteilnetz mit Solarstrom beliefern.
Dabei wird die Netznutzungsgebühr um 20 bis 40 Prozent reduziert. Neu
können also auch weit entfernte Gebäude Strom vom jeweils anderen
beziehen und innerhalb einer Gemeinde können Solarenergiemärkte
entstehen.
Yannick Sauter von Planair hat verschiedene Konzepte für solche LEG analysiert: «Interessant ist die Lösung für Gemeinden, um ihre eigenen Gebäude untereinander zu vernetzen», so Sauter. Sie können ihren Eigenverbrauch mit einer LEG um 10 bis 30 Prozent erhöhen. Weitere Parteien zu beteiligen, lohne sich aktuell leider oft nicht. «Das Abrechnungssystem, das dafür nötig wäre, würde mehr kosten als die Einsparung durch die reduzierten Netznutzungsgebühren.» Rechnen würde sich dies erst bei einer Reduktion des Netzentgelts um 60 Prozent, wie es das Energiegesetz eigentlich erlaubt. Die Verordnung sieht jedoch aktuell einen tieferen Rabatt vor.
Die regulatorischen Rahmenbedingungen sind also noch verbesserungswürdig. Aber auch die Branche ist gefordert. Und sie bewegt sich: Viele innovative Ansätze und Geschäftsmodelle für die Vermarktung von Gesamtsystemen oder Flexibilitäten sind am Anrollen. Die PV-Tagung bietet auch dazu spannende Einblicke.
Autorin: Irene Bättig, im Auftrag von Swissolar
Links: Mehr Informationen und Programm
Sonntag, 29. März 2026
Anders als angenommen: Trump schon gescheitert
Der Text Trump sei Dank auf Solarmedia mag vereinzelt irritiert haben (siehe > hier). Zur Klärung der Position nun der folgende - in der regelmässigen Rubrik «Solar am Sonntag» publiziert. Mit anderen Worten: Trump wird stürzen - etwa über die verpasste Energiewende - denn: Wie verzweifelt muss eine Regierung in ihrem Kampf gegen die
erneuerbaren Energien sein, wenn sie eine Milliarde für deren unmittelbare
Überwindung ausgibt (um Windparks zu verhindern)! Lese-Vergnügen wünscht Solarmedia-Autor Guntram Rehsche.
Da kommt man ja zuerst mal auf die Idee, der Wunsch sei der Vater des Gedankens. Aber statt hier ein Wunschkonzert zu veranstalten, seien ein paar Gedanken angeführt, die die These stützen, dass Trump nicht mehr allzu lange Präsident Vereinigten Staaten ist.
Natürlich gilt das Allgemeine: in den USA hat sich einer zum Autokraten gemacht, was immer schon (früher oder später) zu dessen Sturz geführt hat. Später wäre schlecht, aber ist auch unwahrscheinlich, weil das Verhalten des jetzigen US-Präsidenten in seiner zweiten Amtszeit schon fast alle Vorstellungskraft autokratischer Entwicklungen sprengt.
Zuvor steht meiner Meinung nach die Unmöglichkeit, all die angerissenen Projekte gemäss der vorgesehenen Trumpschen Agenda umzusetzen. Das zeigt sich vor allem im Ausland, wo er trotz Versprechen der Nicht-Einmischung unterdessen tief im Sumpf der Auseinandersetzungen in Venezuela, in Kuba, in Israel und vor allem natürlich in Iran verwickelt ist. «Amerika first» hat sich also bereits erledigt.
Erledigt hat sich Trump verschiedentlich auch schon innenpolitisch, so etwa mit dem Einsatz dieser ominösen ICE-Truppe, von der aktuell fast nicht mehr die Rede ist - die sich aber kläglich aus verschiedenen Kriegsschauplätzen ist man geneigt zu sagen zurückziehen musste. Also steht es um die Migrationspolitik vielleicht noch zum Besten gemessen an anderen Vorhaben, aber eben auch nicht gut.
Die andere innenpolitische Versagerlinie ist jene der Erhebung von Zöllen, deren Berechtigung ihm das an sich wohlgesinnte oberste Gericht unterdessen abgesprochen hat. Wobei er dann mit den Ersatzmassnahmen von allgemeinen zehn und nachher 15 % auch schon halbwegs gescheitert scheint. Erstens wurden ihm die 15 % verwehrt und zweitens gilt dieser allgemeine Zoll-Zuschlag nur während fünf bis sechs Monaten. Das Thema kommt danach unmittelbar wieder auf die Tagesordnung. Und dann fragt man sich noch, inwieweit die vorgesehenen Milliarden-Einnahmen überhaupt zusammenkommen. Und wie also die diversen Projekte überhaupt finanziert werden können.
Zu erwähnen bezüglich gescheiterter Innenpolitischer US-Projekte ist schliesslich die Energiepolitik. Sie soll in den Überlegungen hier im Zentrum stehen, weil sich Solarmedia in erster Linie mit Energiepolitik beschäftigt. Weltweit ist derzeit eine solare Revolution zu beobachten, welche in vielen Ländern zum Durchbruch der Solarenergie geführt hat - etwa in Vietnam, Polen, Pakistan und was der Länder mehr sind. Trump versucht sich derweil mit geradezu lächerlich anmutenden Gegenmassnahmen im Inland. Etwa hat er den Kauf von elektrischen Schulbussen gestoppt, die US-Kinder zur Schule fahren sollten und für die eine Milliarde bereitgestellt wurde. Unterdessen glaubt die Administration solche Vorhaben mit einem Handstrich verändern oder ganz abwürgen zu können. Aber sie sind nicht veränderbar, denn die erneuerbaren Energien haben selbst in den USA ihren Siegeszug belegbar eingeleitet oder fortgesetzt. Das zeigt sich an den Zubauten im Solarbereich, und das zeigt sich auch in der Windenergie, wo zwar die grössten Hindernisse aufgebaut werden, wo aber mit viel Mühe zwar diese Hindernisse auch schon wieder beseitigt sind - einige der vorgesehenen gestoppten Windprojekte werden unterdessen auf jeden Fall weitergeführt (wenn auch Total Energies eine Milliarde $ einsacken soll, um statt in Wind- in fossile Projekte zu investieren).
Ein Hinweis sei dann doch noch erlaubt: Bezüglich der Energiepolitik zeigt der grosse Rivale China, wohin es gehen muss und wird. Zurück zur Eingangsthese: In meiner Einschätzung wird Trump stürzen, ob das vor Ende seiner Präsidentschaft oder danach sein wird, bleibe dahingestellt. Es sind grundsätzliche Fragen aufgeworfen und in keinerlei Art und Weise vernünftige Antworten zu erhalten. Der Westen, zudem immer noch die USA zählen in vielerlei Hinsicht, ist eine zu aufgeklärte Gesellschaft, als dass sich eine Restitution in solchen Ausmass durchsetzen würde. Die Widerstände zeigen sich auch bereits an verschiedenen Orten. Und sie zeigen sich eben auch in dem Bereich, der geleitet wird von einer solaren Weltrevolution und vom unaufhaltsamen Siegeszug der erneuerbaren Energien, der Energiewende. Das ganze gipfelt, wollte man dem ein Etikett verpassen, in der schon bekannten Formel 100 % erneuerbar ist möglich. Auch das eine Frage der Zeit natürlich und der Stärke der Widerstände. Aber vor allem der ökonomische Druck scheint in dieser Richtung zu zielen. Gott sei Dank (wo immer der hockt) - in diesem Fall nicht wie in einem früheren Artikel Trump sei Dank.
Text & Bild: Guntram Rehsche Solarmedia
Freitag, 27. März 2026
CH-Solarkonzern Edisun Power strauchelt wieder
Rückläufige Umsätze, Wertberichtigungen auf deutschen Solaranlagen und höhere Nettofinanzierungskosten führten 2025 zu einem Nettoverlust von CHF 7.1 Mio.. Der Verkauf des Projekts ‘Fuencarral to AI’ stösst gemäss Medienmitteilung auf grosses Interesse und befindet sich in einem fortgeschrittenen Verkaufsstadium. Angesichts der erheblichen Investitionen schlägt der Verwaltungsrat der ordentlichen Generalversammlung vor, die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2025 auszusetzen.
Ungünstige Wetterbedingungen, niedrige Strompreise sowie eine hohe Vergleichsbasis aufgrund des Verkaufs des italienischen Portfolios an Projektrechten im Vorjahr führten zu einem starken Umsatzrückgang um 72.7 % (in lokalen Währungen -72.2 %). Betrachtet man nur die Umsätze aus dem Verkauf von Solarstrom, musste Edisun Power einen Umsatzrück-gang von CHF 0.8 Mio. verzeichnen (-5.2 %, in lokaler Währung -3.9 %), was hauptsächlich auf den Rückgang der Solarstromproduktion in den spanischen und portugiesischen Märkten, niedrigere Strommarktpreise und die Stilllegung kleinerer Anlagen in Deutschland am Ende ihrer Lebensdauer zurückzuführen ist. Insgesamt lag die Solarstromproduktion mit 152’352 MWh um 5.2 % unter dem Wert von 2024.
Die Solarstromproduktion sank in Spanien um 12.6 %, in
Deutschland um 5.7 % und in Portugal um 3.7 %, während sie in der
Schweiz um 4.3 %, in Frankreich um 3.2 % und in Italien um 3.2 % stieg.
Hauptgründe für die Rückgänge waren die schlechten Wetterbedingungen
vor allem auf der Iberischen Halbinsel, der sechswöchige Ausfall des
PV-Kraftwerks Requena in Spanien aufgrund von Vandalismus durch
Kupferkabel-diebstahl, der Schäden an kritischer Infrastruktur
verursachte, sowie in geringerem Masse die Stilllegung einiger
kleiner Anlagen in Deutschland, nämlich in Erbach (440 kWp) und
Kempten-Lebert (312 kWp). Ein noch geringerer Stromertrag konnte dank
einer Reihe von Erneuerungs-investitionen, insbesondere in
Wechselrichter, und einem proaktiven Anlagenmanagement verhindert
werden: So verbesserte sich der Stromertrag im Vergleich zu 2024 in der
Schweiz im Grand-Hangar-Kraftwerk (+45,8 MWh oder 17 %), in Spanien in
den Valle-Hermoso-Kraftwerken (+26,8 MWh oder 12,5 %) und in Frankreich
im Imerys-Kraftwerk (+53,7 MWh oder 12,2
%). Insgesamt wurden 74 % der Energieproduktion von Edisun in Portugal,
18 % in Spanien und die restlichen 8 % in Frankreich, Deutschland, der
Schweiz und Italien zusammen erwirtschaftet.
EBITDA Marge mit 60.2 % und Eigenkapitalquote mit 28.3 % bleiben solide
Edisun Power arbeitet gemäss eigenen Angaben weiterhin mit einer äusserst schlanken Struktur. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich auf CHF 8.5 Mio., verglichen mit CHF 16.6 Mio. im Vorjahreszeitraum 2024. Die Erlöse aus dem Verkauf von Herkunftsnach-weisen (GOs) in Portugal stiegen deutlich von knapp CHF 50'000 im Jahr 2024 auf CHF 0.6 Mio. im Berichtszeitraum 2025, was sich positiv auf das Ergebnis auswirkte.
Die Abschreibungen auf die Solaranlagen beliefen sich auf 5.7 Mio. CHF (2024: 6.6 Mio. CHF). Darüber hinaus wurde eine Wertminderung in Höhe von 2.1 Mio. CHF erfasst, die sich in erster Linie auf Photovoltaikanlagen in Deutschland bezog, nämlich auf die PV Hörselgau UG & Co. KG, bei der eine künftige Werthaltigkeit unwahrscheinlich ist, sowie auf die PV Leipzig Alter Flughafen UG & Co. KG, aufgrund geringerer erwarteter künftiger Cashflows. Im Vergleich zum Vorjahr erreichte das Betriebsergebnis mit CHF 0.7 Mio. (2024: CHF 9.7 Mio.) eine geringere EBIT-Marge von 4.9 % (2024: 18.8 %).
Insgesamt belief sich der Nettoverlust auf -7.1 Mio. CHF (2024: Gewinn von 2.9 Mio. CHF), was einem Ergebnis je Aktie von -6.30 CHF (2024: 2.75 CHF) entspricht. Dies ist vor allem auf die widrigen Wetterbedingungen zurückzuführen, die sich auf die operative Leistung auswirkten, sowie auf externe Faktoren und die höhere Vergleichsbasis aufgrund des gewinnbringenden Verkaufs des italienischen PV-Portfolios im Jahr 2024.
Fortlaufende Investitionen und neue Finanzierungen
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit belief sich auf CHF -3.4 Mio. und lag damit deutlich unter dem Vorjahreswert von CHF 0.2 Mio.. Dies ist vor allem auf geringere Zahlungs-eingänge aus dem Stromverkauf sowie höhere Zinsaufwendungen zurückzuführen. Die Entwicklung der PV-Anlagen schritt weiter voran. Die Anlage in Sadino (22 MWp) befindet sich im baureifen Zustand und wurde als «zur Veräusserung gehalten» klassifiziert. Die Solar-anlage Fuencarral (941 MWp) beanspruchte den grössten Teil der Entwicklungsinvestitionen in Höhe von CHF 4.2 Mio. (2024: CHF 9.7 Mio.).
Edisun Power war bei ihren Finanzierungsaktivitäten erfolgreich: Das Unternehmen emittierte eine fünfjährige 3.5%-Anleihe, die sowohl von bestehenden als auch von neuen Investoren gezeichnet wurde und zu Zeichnungen in Höhe von insgesamt CHF 16.2 Mio. führte; zudem wurde eine Kapitalerhöhung in Höhe von CHF 5 Mio. durchgeführt. Diese Mittel wurden für die Entwicklung der Solarprojekte sowie für die Rückzahlung von Schulden verwendet, die hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Erwerb der Fuencarral-Projekte standen.
Ausblick für das laufende Jahr, neue Finanzierungsmassnahmen, anstehende Verkäufe und Aussetzung der Dividendenausschüttung
Operativ war die Solarstromproduktion in den ersten Monaten des Geschäftsjahres 2026 sehr herausfordernd. Ungünstige Wetterbedingungen in Portugal, Spanien und Italien, volatile Strompreise, Netzrestriktionen aufgrund von Überproduktion, die in Portugal und Spanien zu vorübergehenden „Produktionsstopps“ führen, sowie Kabeldiebstähle an zwei Standorten in Spanien belasteten das Ergebnis. Der Schwerpunkt für 2026 liegt weiterhin auf wichtigen Liquiditätsmassnahmen und dem erfolgreichen Verkauf des grossen Projektportfolios ‘Fuencarral to AI’ sowie den damit verbundenen Möglichkeiten im Bereich Rechenzentren. Der Verwaltungsrat schlägt daher vor, die Ausschüttung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2025 auszusetzen.
Der Edisun Power Jahresbericht 2025 ist auf der Website der Gruppe verfügbar unter https://www.edisunpower.com/de/investoren#reports
Dienstag, 24. März 2026
Axpo unterschätzt Dynamik der Energiewende
Die am Dienstag veröffentlichten Energieszenarien des grössten CH-Energieproduzenten Axpo leisten aus Sicht von aeesuisse wichtige Impulse für die energiepolitische Debatte in der Schweiz. Dabei unterschätzt würden jedoch die Dynamik der Transformation sowie das Potenzial erneuerbarer Energien und der Energieeffizienz.
Die aeesuisse (Dachverband der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz) begrüsst die am 24. März 2024 von der Axpo präsentierten Szenarien, wie sich die Schweiz im Winterhalbjahr mit Strom versorgen kann, grundsätzlich. Gerade das erste AXPO-Szenario, das erneuerbare Energien mit Gaskraftwerken kombiniert, entspricht weitgehend der bestehenden Energiestrategie und dem demokratisch legitimierten Umbau des Energiesystems. Entscheidend ist dabei die Rolle des Gases: Gaskraftwerke sollen aus Sicht von aeesuisse primär als flexible Reserve dienen – nicht als dauerhafte Stromquelle. Ein zukunftsfähiges Energiesystem setzt auf Flexibilität statt auf unflexible Grundlastkraftwerke.
Vor diesem Hintergrund steht die aeesuisse auch den Planspielen für neue Atomkraftwerke kritisch gegenüber. Diese sind aufgrund hoher Investitionskosten und finanzieller Risiken ohne staatliche Unterstützung wirtschaftlich nicht tragfähig und stellen für die Schweiz ein erhebliches Kostenrisiko dar.
Diesen Ansatz bestätigt auch die Wissenschaft. Im Rahmen der SWEET-Projekte des Bundes hält sie fest, dass für die Schweiz weder neue Gas- noch Kernkraftwerke als Grundlast notwendig sind. Die Versorgungssicherheit im Winter wird vielmehr durch ein Zusammenspiel von Wasser-, Wind- und Solarenergie, Speichern, Wärme-Kraft-Kopplung sowie Stromimporten gewährleistet.
Windenergie und Stromabkommen sind entscheidend
Entsprechend teilen wir auch die Axpo-Beurteilung zur Windenergie. Sie ist rasch ausbaubar, kosteneffizient und liefert gerade im Winter zuverlässig Strom. Ergänzt durch winteroptimierte Photovoltaik sowie Speicherlösungen kann die Schweiz die prognostizierten Menge an Winterstrom bereitstellen. Die grösste Herausforderung bleibt bei der Windenergie einzig die gesellschaftliche Akzeptanz.
Ein entscheidender Faktor für die Versorgungssicherheit bleibt zudem die Integration in den europäischen Strommarkt. Ein Stromabkommen mit der EU ist zentral, um auch künftig verlässlich auf Importe und einen funktionierenden Stromhandel zurückgreifen zu können.
Lösungen sind vorhanden
Zwei zentrale Aspekte bleiben in den AXPO-Szenarien hingegen unterbewertet: Die Dynamik bei der Transformation des Energiesystems. So wurden die Ausbauziele der Energiestrategie 2050 bei den erneuerbaren Energien bereits heute – rund neun Jahre früher als geplant – erreicht. Auch Kostenentwicklungen und Lernkurven bei den erneuerbaren Energien werden zu defensiv eingeschätzt. Hinzu kommt das starke Wachstum bei Batteriespeichern, die sowohl die Integration erneuerbarer Energien als auch den Netzausbau effizient unterstützen.
Als Fazit hält Stefan Batzli, Co-Geschäftsführer von aeesuisse, fest: «Die Lösung liegt auf dem Tisch – wir müssen sie jetzt konsequent umsetzen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien, mehr Effizienz und die enge Zusammenarbeit mit Europa sichern unsere Versorgung – gerade auch im Winter.»
Quelle: www.aeesuisse.ch
Freitag, 20. März 2026
PV-Tagung 2026 rückt näher - 31. März und 1. April - Festhalle Bern
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Sonntag, 15. März 2026
Solar am Sonntag: Die Chance in der Krise
Die schlechte Nachricht: Raketen auf Ölanlagen im Iran-Krieg und weltweit dramatisch steigende Öl- und Gaspreise. Die gute Nachricht: Der Preis- und Knappheitsschock der fossil-atomaren Energieriesen ist zugleich eine Chance für die erneuerbaren Energien. Für «Solar am Sonntag» eine Einschätzung des deutschen Energie-Publizisten, Franz, Alt. PS: Artikel von Solarmedia über Donald Trump wird im Laufe der kommenden Woche aufgeschaltet.
Soeben hat eine Analyse des Daten- und Forschungsunternehmens Global Data ergeben, dass sich die Kapazität der erneuerbaren Energien bis 2031 mehr als verdoppeln könnte. Der jüngste Bericht „Renewable Energy: Strategic Intelligence“ zeigt, dass die weltweite Kapazität erneuerbarer Energien bereits 2025 einen neuen Höchststand erreicht hat. Besonders die Region Asien-Pazifik dominiert den Ausbau der Erneuerbaren. Vor allem China und Indien bereiten diese Entwicklung maßgeblich vor. Siehe dazu dienbGrafik © GlobalData | www.globaldata.com.
Bisher lieferte die Windkraft den größten Anteil an erneuerbarer Energie. Doch 2025 war die Solarkraft global erstmals die größte Quelle der Erneuerbaren. Eine zunehmend wichtige Rolle beim raschen Ausbau der Ökoenergien spielt die Künstliche Intelligenz. Sie hilft dabei, die schwankende Stromproduktion von Wind- und Solaranlagen besser zu steuern.
Der Professor für Erneuerbare Energien Volker Quaschning sieht in der heutigen Energiekrise eine große Chance für den rascheren Ausbau der erneuerbaren Energien, für E-Autos und für Wärmepumpen. Solaranbieter erleben derzeit einen Ansturm auf ihre Produkte. E.On-Geschäftsführer Flip Thon: „Die Nachfrage nach Solaranlagen hat sich in den letzten Monaten fast verdoppelt.“
Krisen bieten schon immer auch eine Lernchance. Die Energieökonomin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung verweist auf die Ölkrisen in den Siebzigern: „Es gibt einen Lerneffekt durch die Krisen, und der kann jetzt auch einen Turbo bekommen.“ In vielen Länder boome die Solar- und Windenergie und die Häuser würden besser gedämmt. Die solare Weltrevolution macht Fortschritte.
Damit der derzeitige Hype nicht wieder verpufft, sollte auch die Bundesregierung die Rahmenbedingungen für die Erneuerbaren verbessern. Notfalls sollte Bundeskanzler Merz auch seine Wirtschaftsministerin Katherina Reiche entlassen. Denn sie schadet mit ihrer Gaspolitk sowohl der Wirtschaft und dem Klima. Aber auch hier besteht die Chance der Krise.
Vom Autor das Erfolgsbuch: Franz Alt „Die solare Weltrevolution“ – Aufbruch in eine neue Menschheitsepoche | HERDER 2025
Quelle: Franz Alt 2026 | www.sonnenseite.com
Freitag, 13. März 2026
Stromabkommen ist der nächste grosse Schritt der Energiewende
Am heutigen Freitag hat der Bundesrat die Botschaft zu den Bilateralen III und zum Stromabkommen verabschiedet. Damit kommt ein weiteres grosses Reformpaket im Energiebereich ins Parlament. Für die aeesuisse hebt das Stromabkommen die Energiewende auf das nächste Level. Die starke Stromproduktion aus Wasserkraft und Solar kann mit der Windenergie aus der EU optimal kombiniert werden. Der Dachverband der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz, die aeesuisse, fordert eine rasche Annahme des Abkommens und eine Stärkung des Ausbaus der erneuerbaren Energien.
Die aeesuisse begrüsst das vom Bundesrat verhandelte Stromabkommen mit der EU ausdrücklich. Die Stärkung des internationalen Stromhandels ist nicht nur wünschenswert, sondern dringend nötig. Der Strommarkt der EU entwickelt sich ständig fort, setzt massiv auf erneuerbare Energien, einen intensiven Stromhandel und zentrale Koordinationsplattformen. Die Schweiz droht den Anschluss an diese Entwicklungen zu verlieren mit grossen Nachteilen bei der Versorgungssicherheit und der Innovation.
Energiewende erreicht nächstes Level
Gerade für das erneuerbare Energiesystem ist das Stromabkommen ein Quantensprung. Das Abkommen schafft:
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Effiziente und sichere Netzintegration erneuerbarer Energien durch abgestimmte Regelzonen und Markplattformen.
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Sicherer Import von günstigem Windstrom im Winter bei Überschuss und attraktive Bedingungen für den Export bei hohen Strompreisen.
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Förderung von Innovation dank mehr Wettbewerb im Strommarkt.
Der Schweizer Strommarkt hat sich zwar in den letzten Jahren dank dem vom Volk angenommenen Stromgesetz weiterentwickelt. Dennoch bleibt das heutige System stark fragmentiert und bietet nur begrenzte Innovationsanreize.
Volles Potenzial der Erneuerbaren freilegen
Das
Stromabkommen und die vollständige Marktöffnung für alle Stromkundinnen
und Stromkunden der Schweiz wird eine Dynamik zugunsten der
erneuerbaren Energien erzeugen. Im heutigen System der kleinteiligen
Versorgung haben Konsumenten und Kleinproduzenten nicht ausreichende
Marktsignale, die für die optimale Marktintegration der Erneuerbaren
notwendig wäre.
Das Stromabkommen stärkt die Wasserkraft
Die
Schweizer Wasserkraft profitiert besonders stark vom Stromabkommen. Als
flexibelste aller Stromproduktionsformen kann sie an den europäischen
Märkten höhere Erträge erwirtschaften. Diese Einnahmen schaffen
Spielraum für neue Investitionen in erneuerbare Energien und sichern die
strategische Rolle der Wasserkraft langfristig. Dazu kommt, dass die Hoheit über
Wasserkraftkonzessionen weiterhin bei Kantonen und Gemeinden liegt. Der
Bundesrat hat deshalb in der Botschaft nochmals in aller Klarheit
dargelegt, weshalb die EU der Schweiz in diesem Bereich keine Vorgaben
machen darf und kann.
Für die aeesuisse ist deshalb klar: Das Stromabkommen ist ein zentraler Baustein für ein sicheres, klimafreundliches und innovationsstarkes Energiesystem. Parlament und Politik sind nun gefordert, diesen nächsten Schritt der Energiewende rasch zu ermöglichen.
Quelle: Dachverband der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz (aeesuisse)
Mittwoch, 11. März 2026
SES: Neue AKW in der Schweiz – Fehlentscheid des Ständerats
Am Jahrestag der Fukushima-Katastrophe hat der Ständerat entschieden, den Bau neuer AKW in der Schweiz wieder zuzulassen. Die AKW-Kehrtwende gefährdet den Ausbau der Erneuerbaren. Nun ist der Nationalrat aufgefordert, den bisherigen Kurs zu halten und den unverantwortlichen Fehlentscheid, der den Willen der Bevölkerung missachtet, zu korrigieren. Eine aktuelle Stellungnahme der Schweizerischen Energie Stiftung (SES).
Die Katastrophe von Fukushima vom 11. März 2011 markierte den Wendepunkt in der Energiepolitik. Mit der Energiestrategie 2050 (2017) und dem deutlichen Ja zum Stromgesetz (2024) hat sich die Bevölkerung seither mehrmals zu den Erneuerbaren und zum Atomausstieg bekannt.
Atom-Kehrtwende macht abhängig und gefährdet die Erneuerbaren
Trotzdem ist der Ständerat heute dem bundesrätlichen Vorschlag gefolgt, der wieder neue AKW in der Schweiz ermöglichen will. Dieser Plan macht die Schweiz abhängig von Uran-Importen und schadet der Energiewende.
Neue AKW bremsen den Ausbau der günstigen, sauberen und einheimischen erneuerbaren Energien, wie eine Studie der Schweizerischen Energiestiftung vom letzten November belegt. «AKW und Erneuerbare sind unvereinbare Gegensätze. Der Ständerat riskiert mit der Atom-Kehrtwende, dass die von ihm beschlossenen Ausbauziele für die Erneuerbaren verfehlt werden. Damit gefährdet er die sichere Stromversorgung und die Dekarbonisierung», stellt Nils Epprecht, Geschäftsleiter der Schweizerischen Energie-Stiftung klar.
Kosten in Milliardenhöhe und hohe Risiken für die Allgemeinheit
Gemäss der Akademie der Naturwissenschaften SCNAT würde ein neues AKW frühestens 2050 Strom liefern. Der Bau ist mit immensen Kosten verbunden. Die Rechnung bezahlt in jedem Fall die Bevölkerung über höhere Steuern oder Strompreise.
Dazu kommen die gesundheitlichen Risiken durch den radioaktiven Atommüll und die Gefahr einer nuklearen Katastrophe, die in der dicht besiedelten Schweiz katastrophale Folgen hätte.
Nationalrat muss am bisherigen Kurs festhalten
Als nächstes ist der Nationalrat am Zug. Die SES fordert ihn dringend dazu auf, das gesetzliche Neubauverbot zu erhalten und damit die von der Bevölkerung vorgegebenen Ausbauziele der Energiewende zu gewährleisten sowie die Investitionen in die dezentrale, erneuerbare Energieerzeugung in den kommenden Jahren nicht zu gefährden.
Quelle: SES
Sonntag, 8. März 2026
Solar am Sonntag: Strompreis stabil - why?
Da macht die Arbeit an einem Artikel für die Rubrik «Solar am Sonntag» doch so richtig Sinn: An einem der ersten weit verbreitet sonnigen Tage des Jahres - es ist noch nicht mal Mitte März - haben die Temperaturen bereits annähernd 20° erreicht. Dahinter steckt ja, wer wohl, natürlich die Sonne. Sie versorgt uns mit Solarstrom, dass es nimmer hören will. Schon gestern titelte etwa die Plattform «Pressetext» vom boomenden Solarstrom in Deutschland.
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| Tankstelle Zürich-Höngg 6.3.26 Bild: Guntram Rehsche |
Es ist übrigens auch noch, daran sei erneut erinnert, eine grosse Zahl technologischer Entwicklungen unterwegs, die die Effizienz solartechnischer Anlagen (in häufig unerwarteter Weise) und in grossem Ausmass steigern werden (Stichwort ist etwa die Perowskit-Technologie, die auf anderen Rohstoffen als Silizium beruht und sehr viel kostengünstiger anzuwenden ist).
Solare Erfolgsrückmeldungen gibt es zudem aus den verschiedensten Ländern in aller Welt - siehe dazu die Serie auf Solarmedia, die mit der Solar-Szene in Kuba begonnen hat (hier >>>). Ja, man höre und staune - und lasse den Blick weiter schweifen. Etwa nach Pakistan, nach Polen oder Ungarn, nach Portugal und selbst auf den afrikanischen Kontinent. Solarmedia liefert die Info in kommender Zeit!
Text & Bild: Guntram Rehsche Solarmedia
Samstag, 7. März 2026
Mit Zahlen / Statistiken die Welt verbessern (11): Mehr Strom in der EU aus Sonne und Wind
Solarmedia präsentiert in loser Folge einige der Statistiken, die die britische Plattform «Our World in Data» täglich veröffentlicht, und die mit verbesserten Lebensbedingungen auf der Welt in Zusammenhang stehen (dem ist aber nicht immer so). Das geschieht in diesem Blog naheliegenderweise nicht zum ganzen reichen Schatz an Daten, der sich bei «Our World in Data» in den vergangenen Jahren aufgebaut hat, sondern vor allem rund um die Themen Energie, Wirtschaft und Nachhaltigkeit.
In den Ländern der europäischen Union stammt 2025 erstmals mehr Elektrizität aus Wind und Solarenergie, während fossile Energien in dieser Hinsicht einen deutlichen Rückschritt verzeichneten.
Our World in Data schreibt dazu im Original: Just a decade ago, almost three times as much electricity in the European Union was coming from fossil fuels as from solar and wind. But last year, for the first time, solar and wind produced more than coal, gas, and oil combined. They accounted for just over 30% of total electricity production.
You can see this rise of solar and wind — and fossil fuels’ decline — in the chart. This record happened despite a poor year for wind output due to low wind speeds and a slight increase in gas to compensate for lower hydropower output from dry conditions.
Freitag, 6. März 2026
Bundesrat lehnt «Solarinitiative» ab
Der Bundesrat hat am 6. März 2026 eine Aussprache zur Volksinitiative «Für eine sichere Versorgung mit erneuerbaren Energien (Solarinitiative)» geführt. Er lehnt die Initiative ohne Gegenvorschlag ab. Das UVEK wird dem Bundesrat die Botschaft zur Solarinitiative im Dezember 2026 vorlegen.
Die Solarinitiative wurde am 10. Dezember 2025 bei der Bundeskanzlei eingereicht. Sie will in der Bundesverfassung festhalten, dass alle geeigneten Flächen von Bauten und Anlagen für die Produktion erneuerbarer Energien, insbesondere Solarstrom, genutzt werden müssen. Ausnahmen sind vorgesehen, wenn die Nutzung mit Schutzinteressen unvereinbar oder aus anderen Gründen unverhältnismässig ist. Bei neuen Bauten und Anlagen sowie bei erheblichen Umbau- und Erneuerungsarbeiten sollen die Solaranlagen bereits ein Jahr nach Annahme der Initiative installiert werden, bei bestehenden Bauten und Anlagen nach 15 Jahren.
Geltendes Recht
Das Energiegesetz sieht bereits einen starken Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion bis 2050 vor. Seit dem 1. Januar 2025 enthält das Energiegesetz auch die Pflicht zur Nutzung der Sonnenenergie auf Dächern oder an Fassaden bei neuen Gebäuden mit einer anrechenbaren Gebäudefläche von mehr als 300 m2. Die neuen Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn 2025) sehen zudem vor, dass die Anforderungen zur Eigenstromerzeugung nicht nur bei Neubauten, sondern auch bei Dachsanierungen gelten sollen.
Solarinitiative schafft Umsetzungsprobleme
Der Stromverbrauch wird in den nächsten Jahren insbesondere durch die Elektrifizierung im Wärme- und Mobilitätsbereich und das Bevölkerungswachstum stark ansteigen. Die inländische Stromproduktion muss deshalb stark ausgebaut werden. Der Bundesrat lehnt die Solarinitiative dennoch aus folgenden Gründen ohne Gegenvorschlag ab:
Die Solarinitiative greift in das Privateigentum und die Eigentumsgarantie ein. Zudem führt sie zu Umsetzungsproblemen bei der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen. Darüber hinaus schafft sie grosse Herausforderungen hinsichtlich der benötigten Fachkräfte und der zusätzlich notwendigen Speicher- und Netzanpassungen. Das Kernanliegen der Initiative wird zudem in den Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn 2025) bereits erfüllt.
Montag, 2. März 2026
Energiepolitik: Vorschau auf Parlamentsgeschäfte
Die Themen im Ständerat
Als Erstrat diskutiert der Ständerat, ob in der Schweiz wieder neue Kernkraftwerke gebaut werden dürfen. Hintergrund ist die Volksinitiative «Jederzeit Strom für alle», auch bekannt als Blackout-Initiative, die von über 129’000 Stimmberechtigten unterzeichnet und im Februar 2024 eingereicht wurde. Der Bundesrat lehnt die Initiative ab und hat dazu einen indirekten Gegenvorschlag formuliert. Er ist der Meinung, dass es keine Verfassungsänderung braucht, welche bei der Annahme der Initiative nötig wäre. Er schlägt vor, dass das Kernenergiegesetz so angepasst wird, dass der Bau neuer Kernkraftwerke wieder möglich wird. Folgt der Ständerat seiner vorberatenden Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie (UREK-S), soll der indirekte Gegenvorschlag des Bundesrats angenommen werden.
Der Ständerat berät zudem verschiedene energiepolitische Vorstösse:
Im Ständerat ist die Motion der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrates (UREK-N) «Umfassende Energiespeicherstrategie und Aktionsplan» traktandiert. Sie verlangt vom Bundesrat, dass dieser eine umfassende Energiespeicher-Strategie mit einem Aktionsplan ausarbeitet. Der Nationalrat hat den Vorstoss bereits angenommen. Eine weitere Motion, die vom Ständerat in der Frühlingssession 2026 besprochen wird, stammt von der Fraktion Die Mitte. Die Mitte-Fraktion fordert den Bundesrat mit der Motion «Auf in die smarte Energie-Schweiz! Das Potenzial intelligenter Netze nutzen» auf, eine Gesetzesvorlage vorzulegen, welche die flächendeckende Entwicklung intelligenter Netze (sogenannte Smart Grids) fördert. Aus Sicht des Bundesrates bestehen mit dem Energiegesetz im Rahmen der Energiestrategie 2050 heute bereits genügend Anreize, um in intelligente Netze zu investieren. Deshalb beantragt er eine Ablehnung der Motion. Der Nationalrat hat als Erstrat den Vorstoss angenommen.
Ausserdem diskutiert der Ständerat auch die Motion «Bessere Rahmenbedingungen für Schweizer Elektrizitätsunternehmen, damit sie in erneuerbare Energien im Inland und nicht im Ausland investieren» von Piero Marchesi (SVP/TI). Die Motion will den Bundesrat beauftragen, bessere Rahmenbedingungen für Schweizer Unternehmen zu schaffen, damit sie mehr in der Schweiz und weniger im Ausland in den Bau von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien investieren. Der Bundesrat hat die Motion abgelehnt, da er der Ansicht ist, dass mit dem Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien bereits die geeigneten Rahmenbedingungen vorhanden sind. Der Nationalrat hatte als Erstrat die Motion angenommen.
Weiter befasst sich der Ständerat mit der Motion von Peter Hegglin (Die Mitte/ZG) «Nachhaltige Verwertung von biogenen Reststoffen aus der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette». Sie verlangt eine Anpassung der Energieförderungsverordnung, damit Reststoffe aus der landwirtschaftlichen Produktion in Überschusssituationen vollständig in landwirtschaftlichen Biogasanlagen verwertet, sofern die Reststoffe nicht als Futter verwendet werden können. Der Bundesrat beantragt die Ablehnung, da eine Lockerung der Fördergrenze zu höheren Kosten führen würde, die über den Netzzuschlagsfond und damit über die Stromverbraucher getragen würden. Dies widerspreche dem umweltrechtlichen Verursacherprinzip.
Die Themen im Nationalrat
Im Nationalrat steht das Bundesgesetz über subsidiäre Finanzhilfen zur Rettung systemkritischer Unternehmen der Elektrizitätswirtschaft (FiREG) auf der Traktandenliste. Der Bundesrat schlägt vor, dass das FiREG befristet um fünf Jahre bis 2031 verlängert wird. Aus Sicht der vorberatenden Kommission ist es nicht vertretbar, das FiREG ersatzlos auslaufen zu lassen. Denn: Die grössten Unternehmen der Elektrizitätswirtschaft sind aus Sicht der UREK-N systemkritisch. Ein Ausfall hätte unabsehbare Konsequenzen für die Stromversorgung und damit gravierende Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft. Der Nationalrat berät das Geschäft als Erstrat in der Frühlingssession.
Der Nationalrat berät ausserdem noch die folgenden energiepolitischen Vorstösse:
Barbara Schaffner (GLP/ZH) verlangt in ihrer Motion «Netzebenübergreifende lokale Elektrizitätsgemeinschaften», dass lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) auf verschiedenen Netzebenen möglich sein sollen. Bis jetzt ist das nicht der Fall. Teilnehmer einer LEG müssen im gleichen Netzgebiet nahe beieinander auf der gleichen Netzebene angeschlossen sein. Der Bundesart beantragt die Annahme der Motion. Mit dem Postulat «Netzdienliche Resilienz- und Speicherstrategie für das Stromsystem Schweiz», ebenfalls von Barbara Schaffner, beauftragt sie den Bundesrat, eine Resilienz- und Speicherstrategie für das Stromsystem Schweiz vorzulegen.
Letztlich debattiert der Nationalrat über das Postulat «Bessere Nutzung der bestehenden Stauseen» von Bruno Storni (SP/TI). Der Bundesrat soll einen Bericht über das Potenzial und mögliche Optimierungsmassnahmen zur Erhöhung der realen Wasserkraft-Winterspeicherreserven in den bestehen Stauseen erstellen, die derzeit lediglich zu 65% genutzt werden. Der Bundesrat sieht jedoch keinen Anlass zur Annahme des Postulats: Die Zahl bilde lediglich die Summe aller Speicherseen ab und sei nicht als Hinweis auf ungenutzte Optimierungsmöglichkeiten zu verstehen. Die Kraftwerksbetreiber optimieren ihre Anlagen, um die Rentabilität sicherzustellen, und nicht nur um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Deshalb sieht der Bundesrat keine Gründe, diesen Bericht zu erstellen und schlägt eine Ablehnung vor.
Mattia Pesolillo, Hochschulpraktikant Kommunikation, Bundesamt für Energie (BFE)
Bild: Rob Lewis, parlament.ch
Donnerstag, 26. Februar 2026
Transformation überall: Erstaunliches aus Kuba
Kuba leidet im Energiebereich unter einem heftigen Embargo seitens der USA. Nun hat es begonnen, neue Energiekapazitäten mit Solar Energie aufzubauen. Im Bild eine der bereits erstellten Grossanlagen auf Kuba. Was weiss man über die Situation im karibischen Inselstaat? Eine Recherche, die sich auch abstützt auf den KI-Dienst von Elon Muask's «X». Und Beginn einer Serie von Solarmedia über die Staaten dieser Welt, die plötzlich und vehement in die Solarwirtschaft dringen.
- Ziel: Bis 2028 insgesamt 92 Photovoltaik-Parks mit ca. 2.000 MW (2 GW) Leistung.
- Phase 1: 55 Parks bis Ende 2025 mit 1.200 MW (die meisten mit je 21,8 MW).
- Weiteres: Zusätzliche 37 Parks bis 2028. Ergänzend kleine Projekte, Dachanlagen und erste Windparks (z. B. Herradura mit 33 MW, Start 2026).
- 2025: Über 1.000 MW neu installiert (350 % Steigerung der Erneuerbaren-Kapazität). Bis Oktober 2025 bereits 35 Parks mit 750 MW in Betrieb, die ca. 111.620 Tonnen fossilen Brennstoff einsparten.
- Fortschritt 2025/2026: Schnelle Inbetriebnahme – z. B. 8 neue Parks in 8 Wochen (März 2025), weitere im Laufe des Jahres. Bis Anfang 2026 über 37 Parks synchronisiert, Gesamt-Solar-Kapazität deutlich über 1.000 MW aus dem Programm (plus ältere Anlagen).
- Rekorde: Am 10. Februar 2026 erstmals >800 MW Photovoltaik-Einspeisung mittags, am 11. Februar >900 MW – ein Meilenstein, der tagsüber Blackouts spürbar reduziert.
- Neue Parks entstehen weiter (z. B. Neustart in Las Tunas im Februar 2026). Die Regierung priorisiert den Bau als Notfallmaßnahme.HerausforderungenQuelle: Solarmedia & Grok
- Intermittenz: Ohne ausreichende Batteriespeicher (teuer und begrenzt) liefert Solar nur tagsüber Strom – der Spitzenbedarf liegt abends.
- Netz & Logistik: Hohe Verluste (~16 %), alternde Infrastruktur, Abhängigkeit von Importen (trotz Zollbefreiungen für Solar-Technik seit 2025).
- Gesamteffekt: Solar mildert die Krise tagsüber und spart Importe, löst sie aber nicht vollständig – Nachtdefizite und alternde thermische Anlagen bleiben problematisch. Der Ausbau kostet Milliarden, die Kuba nur schwer aufbringt.






