Sonntag, 12. September 2010

D: Hier spielt Ökostrommarkt

Beim Kampf um wechselwillige Kunden werde es auf dem Ökostrommarkt immer enger, erklärt das Verbraucherportal toptarif.de in einer Pressemitteilung. Nach aktuellen Erhebungen des unabhängigen Portals könnten Verbraucher in den 100 größten deutschen Städten im Mittel zwischen 64 Anbietern von Ökostromprodukten wählen.

In einer Zusammenfassung des Portals Solarserver heisst es weiter: Gegenüber dem Vorjahr habe sich damit die Zahl verfügbarer Versorger um über 50 Prozent erhöht. Seien im Jahr 2008 noch durchschnittlich 25 Anbieter mit Ökostromtarifen pro Region aktiv gewesen, so sei die Zahl bereits zur Jahresmitte 2009 auf über 40 geklettert. "Immer mehr Unternehmen folgen dem zunehmenden Kundenwunsch nach 'grünen' Tarifen", erklärt Energieexperte Thorsten Bohg von toptarif.de. "Neben reinen Ökostromanbietern, wie z. B. LichtBlick oder Greenpeace Energy, die schon seit Jahren am Markt agieren, haben zahlreiche konventionelle Wettbewerber ihre Angebotspalette erweitert und bieten zusätzliche Ökostromprodukte an."

Deutsche StromkundInnen haben nicht nur die Wahl unter verschiedenen Ökostromanbietern, sie können sich auch für eine Wohngemeinde entscheiden, die völlig auf Erneuerbare Energien in Eigenproduktion setzen, wie Dardesheim in Sachsen-Anhalt (siehe Solarmedia 20. September 2009).

Den größten Anstieg der Wettbewerbsdichte gebe es in den ostdeutschen Zentren Leipzig, Zwickau, Potsdam und Schwerin. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Anzahl verfügbarer Anbieter mit Ökostromprodukten in diesen Städten um 76 bis 83 Prozent gestiegen, heißt es in der Pressemitteilung von toptarif.de. Die größte Auswahl hätten Stromkunden aber nach wie vor in Baden-Württemberg. So seien in vielen Regionen im Südwesten der Bundesrepublik mehr als 75 Versorger mit Ökostromtarifen aktiv.

Neben dem zusätzlichen Umweltnutzen könne der Wechsel zu Ökostrom auch die Haushaltskasse erheblich entlasten. "Wie unser Preisvergleich für die 100 größten deutschen Städte zeigt, ist das Klischee 'Öko gleich teuer' schon längst nicht mehr gültig", macht Thorsten Bohg deutlich. Gerade Verbraucher, die noch nie ihren Anbieter gewechselt hätten, hätten ein hohes Sparpotenzial. So könne eine vierköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh (Kilowattstunden) Strom im Durchschnitt 16 Prozent bzw. 152 Euro sparen, wenn sie aus der örtlichen Grundversorgung zu einem günstigen Ökostromtarif mit Qualitätsnachweis wechsle, erklärt toptarif.de. Selbst gegenüber den günstigsten Tarifen der örtlichen Versorger liege das Sparpotenzial bei durchschnittlich 76 Euro. Nur in vier von 100 Städten würden die lokalen Versorger günstigere Produkte als die Ökostrom-Konkurrenz anbieten.

Neben den Preisen sollten Stromkunden vor allem auf Zertifizierungen und Qualitätssiegel der angebotenen Tarife achten, die Auskunft über die Herkunft und den ökologischen Mehrwert des Produktes geben, empfiehlt toptarif.de. "Leider gibt es bislang in Deutschland noch kein einheitliches Qualitätssiegel für Ökostromprodukte, an dem sich Verbraucher orientieren können", so Thorsten Bohg. Etabliert hätten sich mit dem "Grüner Strom Label", dem "ok-power Label" und dem Technischen Überwachungsverein (TÜV) vor allem drei Labels und Zertifizierungen mit unterschiedlichen Kriterienkatalogen. Als am strengsten und genauesten würden das "Grüner Strom Label" und das "ok-power Label" gelten. Bei den Zertifizierungen des TÜV müssten Verbraucher auf die Unterschiede der einzelnen Siegel achten. So zertifiziere beispielsweise der TÜV SÜD nicht nach der gemeinsamen Basisrichtlinie, sondern nach vier eigenen Kriterienkatalogen, heißt es in der Pressemitteilung.

In der Schweiz ist der Markt für Kleinabnehmer noch nicht liberalisiert, entsprechende Wahlmöglichkeiten existieren nur durch die Wahl spezieller Produkte aus Erneuerbaren Energien des einzig möglichen Anbieters - also etwa von Sonnenstrom bei der Solarstrombörse des Stadtzürcher Elektrizitätswerks.

Quellen: Toptarif.de / Solarserver

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen